ist es soweit. die koffer [respektive rucksäcke] sind gepackt, das handy ist ausgeschaltet, es gab viele umarmungen und jetzt bin ich einfach nurnoch froh, der kälte zu entkommen. wenn sie möchten, können sie hier nachlesen, wie es mir so ergeht. und während ich unterwegs bin halten sie die ohren steif und genießen sie ihr leben.
wundervoll wie still es plötzlich mitten in der Stadt wird. wie der Schnee alle Geräusche aufsaugt. wie für einen kurzen Moment Ruhe einkehrt. als würde die Stadt für einen Augenblick die Luft anhalten.
ab und zu, vor allem während ich mich mittendrin befand dachte ich, wie schön es wäre die Zeit zurückzudrehen, doch noch irgendwo unterwegs einen anderen Pfad wählen zu können. Um nachher festzustellen: eigentlich war es gut so wie es war. Auch wenn vieles schmerzhaft und langwierig war in diesem Jahr. Und oft muss ich mich daran erinnern dass bei weitem nicht alles schlecht war, ganz im Gegenteil. Nur leider tendiert mein Gehirn -respektive Gedächtnis- dazu, eher die weniger angenehmen Augenblicke zu speichern, weshalb ich inzwischen eigentlich fast immer eine mehr oder minder dezente Stütze mit mir herumtrage.
Und wenn ich mich umdrehe und innehalte, alle Aspekte der vergangenen 12 Monate in all den Facetten versuche zu begreifen dann merke ich, wieviel weiter mich dieses Jahr gebracht hat. Wie oft ich an meine Grenzen gestoßen bin und trotzdem alles irgendwie irgendwann weiterging. Wieviele wundervolle Momente ich mit so vielen liebenswerten Menschen verbracht habe. Dass ich es kann wenn ich nur daran glaube. Dass ich allein mir beweisen kann, dass es in meiner Hand liegt. Wie sehr sich mein Denken und Handelnam Ende doch verändert hat. Wie lange ich mit mir und meinen Entscheidungen gehadert und alles 2,000 mal in schlaflosen Nächten abgewägt habe. Dass jetzt plötzlich etwas vollkommen Neues auf mich wartet. Und auf einmal die Augen wieder offen und die Gedanken frei sind.
Dann, während ich kurz die Luft anhalte merke ich, dass ich zufrieden bin. Mit dem, was ich mir vorgenommen und durchgezogen habe. Mit dem, was in den letzten 12 Monaten war, auch wenn definitiv nicht alles so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Mit dem, was in jetzt auf mich zukommt.
Mit mir.
“it’s the end of the world as we know it
and i feel fine”
manchmal ist es gut, nicht so weit zu denken, einfach das zu tun, was der Bauch sagt, der Kopf, der alte Spielverderber brüllt schon noch irgendwann laut genug. Und so finde ich mich in einer Situation wieder, die mir Angst macht und gleichzeitig ein kleines bisschen Stolz. Die ich so nicht habe kommen sehen, und hätte mich vor ein paar Monaten jemand gefragt, ich hätte ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und milde gelächelt. Mein Weg war so klar und deutlich vor mir ausgebreitet, und ich war mir so sicher, dass ich genau das, und nur das will. Und plötzlich, von einem auf den anderen Tag ist alles anders, zuerst unsicher und ungewohnt, mit kleinen, vorsichtigen Schritten und gesenktem Haupt. Und dann, nach einer Weile, sehe ich zurück und alles ist schon so weit entfernt. Dann sehe ich wieder nach vorne und atme tief ein.
Ich habe in den letzten Wochen und Monaten so vieles gesehen, so viele Menschen getroffen, und es tut so gut zu wissen dass es irgendwie immer weitergeht. Dass ein Abschied immer auch ein Neuanfang ist, dass ich keine Angst haben muss vor dem was kommt. Dass es oft schwer werden wird, dass ich mich einsam und alleingelassen fühlen werde, dass ich das Gefühl habe nicht mehr zu wissen, wie es weitergehen soll- udn am Ende doch alles irgendwie gutgeht. Ich versuche, meinen Kopf auf das, was mich in den nächsten Monaten erwartet vorzubereiten, ihm klarzumachen, dass dort alles anders sein wird aber keinesfalls schlechter. Dass mich Dinge erwarten, die mich begeistern, prägen und vielleicht auch traurig machen, und die mich ganz sicher mein ganzes Leben lang begleiten werden.
Und manchmal, da höre ich den Zweifler in meinem Kopf, der leise aber unaufhörlich flüstert. Der mir Angst macht. Angst davor, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben. Der mir zuflüstert, dass am Ende meiner Reise niemand mehr da ist, der auf mich wartet. Dass sich eben nicht nur meine Welt ein ganzes Stück weitergedreht hat sondern auch die aller anderen Menschen. Dass das, was jetzt gerade mit dem Großteil der Menschen passiert, die mir nahe waren auch mit dem kleinen verbliebenen Rest geschieht. Und ich glaube, das ist meine allergrößte Angst.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Hier ist gerade viel los, alles verändert sich und ist im Wandel und ich muss gefühlt permanent irgendwelche Dinge regeln. Mit dem Chaos und den neuen Umständen klarkommen. Mit großen Augen durch die Welt gehen. Mich selbst überraschen. Längst vergessene Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgraben und verwundert feststellen, dass alles noch da ist.
Ab Montag wird alles wieder ruhiger hier, dann kann ich mich so langsam seelisch und moralisch auf die nächsten Etappen einstellen bevor… ja, bevor was eigentlich?
We’ll see what happens.
“Take it easy.”
“We sometimes love to feel like we’re the only one on planet.”
Fotos, die beeindrucken, deren Untertitel zum Nachdenken anregen. Großartige Seite.
gerade auf die Seite von DyingOnTheVine geklickt, weil ich einer von drei auserwählten Menschen bin, denen er oder sie jetzt folgt. Leider keine Tweets bisher, deshalb noch keinen Add meinerseits. Beim Betrachten der Seite fiel mir aber das hier ins Auge
Update: das Foto scheint relativ häufig verwendet zu werden und kommt in meinem Fall von Lec’s Flickr- Stream, der den Schriftzug an einer Wand entdeckt hat




